Mit Kindern auf die Piste

Skifahren mit Kindern

Ein kleiner Leitfaden für Eltern, die ihren Kindern zeigen wollen, dass Skifahren Spass macht.

Wie haben Sie Skifahren gelernt?

Wie haben Sie Skifahren gelernt? Haben Ihre Eltern Sie auf die Ski gestellt? Oder erst in der Oberstufe? Dann wissen Sie noch, wie doof es war, dass Sie im Skilager nicht zu den «Schnellen» in die Gruppe gekommen sind. Skifahren braucht auch Mut und den holt man sich am besten erst mal im sicheren Umfeld der Familie. Den eigenen Kindern das Skifahren beizubringen, kann und soll eine gute Erfahrung für Kind und Eltern sein. Gewusst wie, macht es auch Spass und schont extrem die Nerven. Wir haben alles Wichtige zusammengestellt, damit Sie Ihrem Kind effizient und ohne Frust das Skifahren beibringen können.

GRATIS-ANLEITUNG ZUM Einpacken

Mit unserer kostenlosen Anleitung für unterwegs sind Sie auf der Piste gut gerüstet. Einfach PDF aufs Handy laden und ab in den Schnee.

Haben Sie das PDF heruntergeladen, können Sie es ohne Internetverbindung anschauen.

  • Praktische Tipps rund um den erfolgreichen Skitag mit Kindern
  • Anleitungen, wie Sie Ihrem Kind den Spass am Skifahren vermitteln können

Kommt sogleich

Wir schicken Ihnen die Anleitung direkt auf Ihr Handy. Bitte geben Sie eine E-Mail-Adresse an, die Sie auf dem Handy abrufen können.

Einmal heruntergeladen, funktioniert das PDF auch offline.

  • Praktische Tipps rund um den erfolgreichen Skitag mit Kindern
  • Anleitungen, wie Sie Ihrem Kind den Spass am Skifahren vermitteln können

Bleiben Sie auf dem Laufenden! Die Informationen in der Broschüre werden regelmässig aufgefrischt und aktualisiert.

Grossartig! Unsere praktische Anleitung im PDF-Format ist bereits zu Ihnen unterwegs. Bitte prüfen Sie Ihr E-Mail-Postfach.
Da ist etwas schief gelaufen. Bitte prüfen Sie die eingegebene E-Mail-Adresse und versuchen Sie es noch einmal.

SKIFAHREN AB 3 JAHREN

Windeln weg – Ski an: Der richtige Moment, um die «Skikarriere» zu beginnen. Je früher, desto einfacher ist das Lernen. Schon ab ca. 3 Jahren sind viele Kinder körperlich bereit fürs Skifahren. Damit die grosse Krise am ersten Tag vermieden werden kann, gibt es einen einfachen Test: Das Kind in Skischuhe stellen und schauen, ob es stehen und gehen kann. Wenn es dann immer noch Spass an der Sache hat, ist alles klar. Skischuhe sind für Kinder nämlich ziemlich unbequem, sie sind sich noch keine harten Schuhe gewohnt. Da brauchts Geduld und Fingerspitzengefühl, um den Dreikäsehochs nicht schon vor dem ersten Sturz den Spass zu verderben. Skifahren soll Spass machen – auch den Kindern, also nicht forcieren! Wenn die Eltern Skifahren, wird das wahrscheinlich von alleine auf die Kleinen abfärben.

Material für die erste Saison

Das richtige Material ist wichtig und wer clever ist, fängt nicht erst an zu organisieren, wenn der erste Schnee fällt. So spart man auch ganz schön Geld. Ski und Skischuhe für Kinder sollten allerdings nicht «auf Vorrat» gekauft werden. Die Kleinen wachsen ja unberechenbar und falsche Grössen sind nicht nur unbequem, sondern auch ziemlich gefährlich.

Die Kinder-Skiausrüstung

Ein Klick auf die Gegenstände zeigt die Detailinfos.

Kinderski und Kinder-Skibindung: 

Ungefähr brusthoch sollten sie sein, mit einer Sicherheitsbindung passend zum Gewicht des Kindes. Für die ganz Kleinen gibt es Anfängermodelle schon um die CHF 50.–. Für die Älteren wirds ein wenig teurer. Neue Kinderski mit passender Bindung kosten im Fachhandel ab CHF 130.–. Alternativ können Sie fast überall für CHF 50.– bis CHF 80.– pro Saison auch gemietet werden.

Skischuhe:

Skischuhe gibts ab Grösse 24, falls die Füsschen kleiner sind: mit dicken Socken und Fellsohlen nachhelfen. Um ganz sicher zu gehen, die Innensohlen aus dem Schuh herausnehmen, die Kinderfüsse auf den Sohlen platzieren und ausmessen. Achtung: Der Skischuh ist zu klein, wenn die Füsse trotz guter Skisocken schnell kalt werden.

Skisocken: 

Die Skisocken sollten über den Rand der Skischuhe hinausragen. Strumpfhosen und Skisocken zusammen vertragen sich nicht gut – es kann zu Reibung kommen. Besser sind Leggins oder lange Unterhosen, die aber bis über die Knöchel gehen sollten, um Druckstellen zu vermeiden.

Stöcke: 

Skistöcke sind am Anfang nicht unbedingt nötig, motivieren aber. Kinder wollen ja nachahmen und fahren wie die Erwachsenen – also mit Stöcken! Die Grösse der Stöcke ist entscheidend: Körpergrösse x 0.7 (im Zweifel die nächstgrössere Grösse wählen).

Helm:

Von Anfang an! Auch wenn am Anfang das Unfallrisiko sehr klein ist. Wenn Kinder nicht von Anfang an den Helm tragen, gibts irgendwann Diskussionen. Dazu gehört auch, dass man als Eltern sein eigenes «Rebellentum» einschränkt und selbst ebenfalls mit Helm unterwegs ist.

Skibrille: 

Kinderskibrille mit gutem UV-Schutz. Kinderaugen sind sehr empfindlich und Schneeblindheit tut richtig weh. Normale Sonnenbrillen sind keine Alternative. Sie bieten nicht den gleichen Halt, sind schnell im Schnee verloren und schützen nicht gegen den Fahrtwind.

Handschuhe: 

Davon am besten immer gleich zwei Paare kaufen. Nasse Handschuhe trocknen langsam und Skifahren macht einfach keinen Spass mit feuchtkalten Klumpen an den Händen. Am besten sind Handschuhe die entweder am Arm oder an der Jacke befestigt werden können, das erspart Suchaktionen.

Funktionsunterwäsche: 

Das Zwiebelprinzip greift beim Skifahren genauso wie auch sonst im Winter. Als unterste Schicht hält Funktionsunterwäsche warm und trocken. Und damit Funktionsunterwäsche auch funktioniert sollte sie gut passen und möglichst eng, aber bequem am Körper anliegen.

Rückenpanzer: 

Ausser dem Kopf (siehe «Helm») sollte die Wirbelsäule zusätzlich geschützt werden. Kinder haben keine Angst zu fallen und tun das beim Skifahren häufiger. Mit einem gut sitzenden Rückenpanzer sind die Kleinen vor Rückenverletzungen gut geschützt und die Eltern noch ein bisschen beruhigter.

Skihose und -jacke: 

Beides hält nicht nur kuschelig warm, sondern die Kleinen vor allem trocken – auch dann wenn das Kind ein paar Mal im Schnee gelandet ist. Latzhosen sind besonders für die ganz kleinen Skifahrer praktisch, denn sie bleiben an Ort und Stelle und verrutschen nicht.

Geld sparen bei der Kinder-Skiausrüstung

Skifahren mit Kindern kann ganz schön ins Geld gehen. Für eine komplette Kinder-Skiausrüstung kommen, je nach Alter, schnell einmal ein paar hundert Franken zusammen. Eine Familie, die eine Woche Skiferien plant, kann komfortabel die Kinderski und -schuhe im Fachhandel vor Ort im Skigebiet mieten. Je nach Modell kann man ab CHF 70.– eine Ausrüstung für eine ganze Woche mieten. Und falls es ein Problem mit dem Material geben würde, können die Ski und/oder die Skischuhe schnell und problemlos umgetauscht werden.

Sicher von Anfang an 

Kinder machen beim Skifahren schnell Fortschritte, wachsen und werden schwerer. Deshalb ist es wichtig, Skis und Bindung jährlich im Sportgeschäft prüfen und anpassen zu lassen. 

Die Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung hat auf Ihrer Seite alles zusammengestellt, was es zum Thema Sicherheit zu sagen gibt.

Für das Einstellen der Sicherheitsbindungen und deren Test gibt es auf der Seite der bfu eine Liste mit allen empfohlenen Sportgeschäften.

Das 1×1 vor dem ersten Schnee

Natürlich müssen die neuen Ski sofort ausprobiert werden. Damit die häusliche Infrastruktur nicht zu sehr unter dem dringenden Bedürfnis leidet – Kinderbetten und Sofas sind leider nicht zum Zimmerskifahren gemacht – hier ein paar Tipps, um den ersten Motivationsschub gleich zielgerichtet einzusetzen.

Grundfertigkeiten

Je früher der kleine Weltcupstar die drei Grundfertigkeiten beherrscht, desto weniger Stress hat man beim ersten Mal im Schnee. Clevere Eltern besorgen sich deshalb zusammen mit den neuen Ski auch gleich eine Yogamatte. Die eignet sich ideal als Unterlage für die ersten Skitests.

Ski richtig tragen

Selbst kleine Skis sind für die Skizwerge schwer – wenn auch auf dem Weg zum Skilift deutlich weniger als auf dem Rückweg. Am einfachsten tragen Kinder ihre Ski quer vor sich auf die Arme gelegt. Auf den Schultern bringen sie das Kind aus dem Gleichgewicht und die Umwelt zur Verzweiflung. 

Die Bindung verstehen

Der Unterschied zwischen einer offenen und einer geschlossenen Skibindung ist auf den ersten Blick schwer zu erkennen. Kinder müssen den Unterschied erst lernen. Auch das kann man schon mal auf der Yogamatte üben. Beim ersten Mal im Schnee kommt dann noch das richtige Abklopfen hinzu, damit kein Schnee auf der Bindung oder auf der Skischuhsohle ist.

Aufstehen nach dem Sturz

Zeit für die grosse Kissenschlacht. Aufstehen nach dem Sturz will gelernt sein und ist in der warmen Wohnung mit einer weichen Unterlage auch wesentlich angenehmer zu üben, als im kalten glitschigen Schnee. Rundherum eine Lage Kissen und los gehts. Hinfallen und Aufstehen.

Ski anziehen – Erwachsene machen es unbewusst, aber so wirds erklärt:

Mit der Skischuhspitze vorne in die Bindung rein, dann kräftig mit der Ferse nach unten drücken, bis ein «Plopp» ertönt. Ski ausziehen: Die Bindung hinten einfach mit den Händen nach unten drücken und mit der Ferse zuerst aus der Bindung steigen. Erwachsene machen das dann eleganter mit den Skistöcken, aber das erfordert Geschick.

Kleines Ski-Spass-Programm

Kinder lernen schnell und schon bald stellen sich erste Erfolge ein. Trotzdem darf man nicht übereifrig sein und schon am ersten Tag alles machen wollen. Länger als zwei bis drei Stunden am Tag – und zwar mit Pausen – schaffen es die Kleinsten noch nicht, auf den Skiern zu stehen. 

Hier ein kleiner Fahrplan, wie die ersten Skitage lern- und spasstechnisch aussehen können. Das Wichtigste dabei: Immer im Hinterkopf behalten, dass schon der erste «Schritt» auf den Skiern ein Riesenerfolg für die Kleinen ist. Deswegen nicht mit Lob sparen. Was selbstverständlich erscheint, ist aus der Sicht eines kleinen Menschen etwas Besonderes.

Unser Vorschlag, wie die ersten Eltern-Kind-Skierlebnisse aussehen können:

Das erste Mal auf den Ski

Gleiten ist, was Skifahren für uns so schön macht. Kontrollierte Bewegung, ohne Anstrengung – das ist befriedigend. Das ist die menschliche Natur: mit möglichst wenig Aufwand etwas bewegen. Für Kinder ist Gleiten aber eine neue Erfahrung – erst grad haben sie Laufen und Rennen gelernt – Gleiten ist ganz anders. Die ersten Tage auf dem Schnee stehen deshalb ganz im Zeichen des Gleitens.

Für den ersten Skitag brauchen wir flaches Gelände am Rand der Piste. Am besten aber ein präpariertes Stück, auf dem man auch ohne Ski nicht einsinkt. Zu Beginn helfen die Eltern noch ohne Ski, so ist man beweglicher.

Alleine auf den Ski stehen

Erst mal bringen wir, was schon im Kinderzimmer auf der Yogamatte getestet worden ist, auf den Schnee:

  • Ski parallel hinlegen, mit beiden Spitzen in die gleiche Richtung
  • in die Bindung steigen und nicht hinfallen
  • beide Füsse nebeneinander vor und zurück bewegen
  • zur Seite gucken
  • das Ende der Skis angucken
  • etwas erzählen während man auf den Ski steht
  • kleine Kunststücke machen (Bein heben, beide Arme über den Kopf heben, Banane abbeissen)
Hilfestellung:

Auf den Ski stehen, ist für die ganz Kleinen nicht so einfach. Vor Kurzem erst haben sie Stehen gelernt und die zwei Bretter schränken die Beweglichkeit doch ziemlich ein.

  • Stehen oder knien Sie vor Ihrem Kind, sodass Sie Augenkontakt halten können. So sehen Sie schneller, wenn es aus dem Gleichgewicht gerät.
  • Wenn das Kind aus dem Gleichgewicht kommt, helfen Sie sofort nach, damit es stehen bleibt. Umfallen ist nicht motivierend. 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Schieben und Rutschen

Die ersten Meter gehen Sie einfach langsam rückwärts und ziehen Ihr Kind an den Händen mit. Sobald etwas Sicherheit da ist, stellen Sie sich hinter das Kind und schieben es langsam an den Hüften vor sich her. Lassen Sie das Kind noch nicht los, halten Sie es, wenn es droht, das Gleichgewicht zu verlieren.

  • An den Händen langsam zu sich ziehen
  • Langsam vor sich herschieben
  • «Blinker» stellen: das Kind zeigt mit den Armen an, in welche Richtung es geschoben werden will.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Gleiten

Zum Gleiten suchen Sie sich eine Stelle mit ganz wenig Gefälle. Ziehen Sie das Kind an den Händen, bis es von alleine zu fahren beginnt. Sobald es gleitet, sollte es keinen Zug mehr spüren. Gleiten ist genau dieses Gefühl der Fortbewegung, ohne Anstrengung. Halten Sie das Kind aber nach wie vor, damit es sich sicher fühlt.

Ziele:
«Ich kann selbständig auf den Ski stehen»
«Mama oder Papa stützen mich nur, wenn ich das Gleichgewicht verliere»
«Ich bin die ersten paar Meter mit Hilfe von Mama oder Papa geglitten»

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Vorwärts kommen, ganz ohne Anstrengung

Abschleppdienst

Ein Skistock oder ein kurzes Seil sind perfekt, um das Kind auf den Ski im flachen Gelände zu ziehen. Zu Beginn schön langsam, schliesslich sind jetzt Mama oder Papa nicht mehr nah genug zum Auffangen, wenn das Gleichgewicht flöten geht.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Selbständig gleiten

Eine Stelle, die ganz leicht abfallend ist und flach ausläuft, eignet sich am besten für die ersten selbständigen Gleitversuche. Im Gegensatz zum aktiven Fahren geht es hier nur darum, das Gefühl des «Vorwärtskommens ohne Anstrengung» zu erleben. Das Kind kann weder bremsen noch lenken, also ist es an den Eltern, durch gute Geländewahl dafür zu sorgen, dass die ersten Gleitfahrten reibungslos verlaufen. Zu Beginn können Sie mit dem Kind mitgehen, sobald eine gewisse Sicherheit da ist, einfach gleiten lassen und dann zurückholen. Am besten gleich wieder mit dem «Abschleppdienst» – das trainiert schon für den Lift.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Rückwärts gleiten

Wahrscheinlich passiert das sowieso ganz unabsichtlich. Wenn das Kind den Stock oder das Seil beim «Abschleppdienst» loslässt, wird es von ganz alleine rückwärtsfahren. Entscheidend ist, wie Sie in diesem Moment reagieren. «Keine Panik, es wird nichts passieren» – ist die beste Reaktion. Ihr Kind lernt von Ihnen was gut und schlecht und was gefährlich ist. Wenn es also gleich darum geht, rückwärts zu gleiten, sollten Sie nicht auf Panik machen, wenn das vorher unbeabsichtigt eintritt. Rückwärtsfahren ist vielen Erwachsenen unangenehm, Kindern macht es genauso Spass wie vorwärts. Also los, einfach mal versuchen – vielleicht wäre das jetzt ein guter Zeitpunkt, um selbst auch mal wieder die Ski anzuziehen und gleich mitzumachen.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Indianertanz

Wahrscheinlich stand das Kind bisher ziemlich steif auf den Ski. Jetzt ist der Moment gekommen, um zu lernen, dass man sich mit diesen «Brettern» trotzdem noch bewegen kann – und muss. Die Piste ist keine flachpräparierte Autobahn und um Kurven fahren zu können, muss man das Gewicht von einem auf den andern Ski verlagern. Dafür gibt es den Indianertanz: mit den Ski einen Kreis gehen. Erst einmal geht es nur darum, abwechselnd die Beine zu heben, respektive den Schnee zu stampfen. Wenn es dann darum geht einen ganzen Kreis zu stampfen, kommt zum Heben der Ski auch das gezielte Platzieren hinzu. Damit es einen Kreis gibt, muss man die Ski ja auch vorwärts bewegen. Hier ist vorzeigen am einfachsten. Also Ski an und stampfen.

Ziele:
«Ich habe mich am Skistock 20 Meter über die Piste ziehen lassen»
«Ich kann selbstständig gleiten»
«Ich kann rückwärts gleiten»
«Wenn ich das linke / rechte (je nachdem, welches das stärkere Bein ist) hebe, falle ich nicht um»
«Die Königsdisziplin für den Tag ist geschafft: Ich kann im Kreis gehen»

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Ein Tag im Zoo

Gross wie eine Giraffe, klein wie eine Maus

Langsam aber sicher gehts ans echte Skifahren. Und das funktioniert einfach besser, wenn man immer schön in die Knie geht. Kinder stehen meist stocksteif auf den Ski und lehnen sich reflexartig nach hinten, wenn sie gleiten. Das kann man einem Kind nicht einfach wegdiskutieren. Am besten hilft da ein kleiner Besuch im Zoo. Gleiten die Kleinen los, machen sie sich zunächst so gross wie eine Giraffe (Arme hoch in die Luft) und dann klein wie eine Maus (Arme auf die Knie). So beugt sich das Kind automatisch nach vorn – und geht automatisch in die Knie.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Unsere eigenen Familienideen

Falls das Tierbeispiel nicht gut ankommt, können sie alles andere als Bild nutzen, solange es dazu führt, dass sich das Kind erst streckt und dann in die Hocke geht. Hohe Raketen und kleine Landefähren, Skirennfahrer am Start und in der Hocke, grosse Bäume und kleine Hasen…

Kinder lieben es, Dinge zu tun, die sie können – Erwachsene übrigens eigentlich auch. Lassen Sie sich und Ihrem Kind deshalb Zeit, die Sachen, die es gelernt hat, erst mal zu üben. Für Kinder macht das Wiederholen von Dingen Spass – das ist Üben. Gehen Sie nicht gleich weiter zum nächsten Punkt, bloss weil es ein- oder zweimal geklappt hat. Lassen Sie es langsam angehen – so lernt Ihr Kind.

Ziele:
«Selbständiges Gleiten ist jetzt kein Problem mehr»
«Ich habe mich gross gemacht, wie eine Giraffe und klein, wie eine Maus»

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Selber bremsen

Jetzt kann Ihr Kind wirklich schon viel. Es hat ein Gespür für die Fortbewegung auf den Ski und ist schon die ersten Meter alleine gerutscht. Bisher haben Sie das Gelände (hoffentlich) immer so gewählt, dass das Kind ohne zu bremsen zum Stehen kam. Nun wird bremsen geübt.

Pizza machen

Die einfachste Art zu bremsen ist der Pflug – die Skispitzen gleiten zusammen, während die Ski hinten auseinander gehen. Auch hier hilft ein Bild: ein Stück Pizza. Pflugfahren wird zuerst mit Stützhilfe geübt. Am besten fährt man dabei vor dem Kind rückwärts und macht selbst einen Pflug (natürlich verkehrt herum). Statt das Kind zu halten, kann man seine eigenen Skistöcke vor sich halten und damit dem Kind eine gute Haltemöglichkeit bieten.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Das Kind in Fahrtrichtung zwischen die Beine zu nehmen, ist gefährlich. Die Kleinen haben ihre Ski noch nicht unter Kontrolle. Schnell ist ein Ski schräg in der Landschaft und verheddert sich mit Ihrem Ski. Das kann zum gemeinsamen Sturz führen und der ist wesentlich gefährlicher – für Sie und das Kind – als wenn Sie vor dem Kind fahren und einer von beiden stürzt.

Bremsgeschichten

Sobald das Kind den Dreh raus hat, kann es selbstständig bremsen. Wählen Sie einen kurzen, sanften Hang mit genügend Auslauf. Mit einfachen Hilfsmitteln werden Hindernisse gebaut, vor denen die Kinder bremsen müssen. Einfach der Fantasie freien Lauf lassen und eine Geschichte um das Hindernis erfinden. Skistöcke können beispielsweise umgefallene Bäume darstellen – da will niemand reinfahren. Oder es kann mit mehreren Gegenständen ein Parcours gebaut werden und die Kinder müssen bei jedem Gegenstand bremsen und ihm «Hallo» sagen.

Die Eltern sind kein gutes Hindernis: Kinder haben den Instinkt, dass Mami und Papi sie auffangen, wenn sie nicht abbremsen. Es fehlt also die Motivation, wirklich zu bremsen.

Sobald Kinder alleine im Pflug bremsen können, sind sie bereit für die blaue Piste!

Ziele:
«Mit meinen Skispitzen habe ich ein Stück Pizza dargestellt»
«Ich kann im Pflug gleiten und bremsen»
«Ich bin parat für die blaue Piste»

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Die ersten Kurven

Den Eltern folgen

Die ersten Fahrversuche sollten am Kinderhang gemacht werden. Wenn die Eltern selber auf den Ski stehen, bittet man das Kind, einem nachzufahren. Hier gilt es aber zwei Dinge zu beachten: Erstens haben die kleinen Menschen kleinere Ski als die Erwachsenen, ihr Radius ist also viel kleiner. Ein grosser Bogen eines Kindes ist viel kleiner, als der eines Erwachsenen. Eltern müssen eher kleine Kurven fahren, damit die Kinder überhaupt mitkommen. Zweitens hat kein Mensch hinten Augen. Wenn Erwachsene also vorwärts vor dem Kind fahren, merken sie nicht, wenn sie zu schnell fahren und das Kind gar nicht mitkommt. Rückwärtsfahren stellt einen guten Kontakt zwischen Kind und Elternteil her – und auch das Lob hören die Kleinen besser! Fahren Sie rückwärts im Pflug, das ergibt ein gutes Tempo für den Nachwuchs.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Wenn Sie selbst nicht Skifahren ist jetzt der Moment gekommen, um professionelle Hilfe zu holen. Mit dem Gelernten wird sich das Kind in der Skischule schnell wohlfühlen und sicher schon zu den besseren gehören. 

Flugzeug und Auto spielen

Die kleinen Schneewichtel dürfen sich wieder in die fantasievollsten Rollen versetzen: Einmal sind sie Flugzeuge und strecken die Arme seitwärts vom Körper weg, oder sie sind ein Auto und die Arme vor dem Körper sind die Scheinwerfer, die auf den Weg leuchten. Kreativität ist gefragt, grundsätzlich ist alles sinnvoll, was die Arme zum Einsatz bringt. Wenn die Haltung wieder etwas steif wird, kann eine kleine Runde «Giraffe und Maus» eingeschoben werden. Je besser das Kurvenfahren funktioniert, desto mehr Abstand zum Kind können Sie wagen. Solange Sie aber vorfahren, sollten Sie auf jeden Fall rückwärts fahren, damit die Kurven schön eng bleiben und Sie sehen und einschreiten können, wenn etwas schief läuft.

Ziele:
«Ich fahre meinen Eltern hinterher»
«Als Flugzeug oder Auto meistere ich die ersten Kurven»

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Skilifttraining

Der Weg hinauf ist am Anfang genau so spannend, wie das Hinunterfahren. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, auf den Berg beziehungsweise Hügel zu kommen. Tolle Erfindungen wie der «Zauberteppich» (ein Förderband im Schnee) und der Seillift sind aber manchmal den Skischulen vorbehalten. Davon lassen wir uns nicht beirren, im Prinzip macht das Förderband oder der Seillift nichts, was Eltern nicht auch könnten: das Kind den Berg hochziehen. Das ist auch gleich eine gute Möglichkeit, damit man selbst nicht in Kältestarre verfällt. Einfach die Kleinen mit seinem Skistock hinter sich herziehen. Dann bekommen diese auch gleich das Gefühl für das «Ziehen» des Skilifts.

Schleppliftfahren ist cool!
Danach gehts auf den Schlepplift. Obwohl viele grosse Skigebiete vermehrt auf Sessellift und Gondelbahn setzen, kommt man um die herkömmlichen Skilifte nicht herum. Zunächst kann man das Kind zwischen die Beine nehmen, das ist komfortabel – für Kind und Erwachsenen. Sobald die Skihasen dann selber fahren wollen oder zu gross und zu schwer werden, wird es etwas ungemütlicher: Das Kind neben sich stellen und den Bügel auf der Höhe des Kindergesässes – in die eigene Kniekehle – platzieren. Meist ist es einfacher, wenn das Kind den weiteren Weg macht, also auf die weiter entfernte Seite geht. So kann man es nicht «abhängen» und im Zweifel mit einem kleinen Stupser noch nachhelfen.

Die ersten Versuche auf dem Schlepplift gelingen am besten, wenn die Kleinen ihre Stöcke nicht selbst halten müssen. Sind die ersten Fahrten gemeistert, können die Kinder beide Stöcke mit der Schlaufe festhalten – idealerweise mit der äusseren Hand, damit die Stöcke nicht im Weg sind.
Ausserdem wichtig: das Kind muss wissen, dass der Bügel nicht zum Hinsetzen gedacht ist, sonst landet es ganz schnell im Schnee und das macht nicht so viel Spass.

Bald möchten kleine und grössere Skihasen alleine Schlepplift fahren. Aber: nichts überstürzen! Wägen Sie gut ab, ob das Kind mental reif ist für den Skilift, das heisst, ob es richtig reagiert, wenn es aus dem Lift fällt und ob es das Bügelwegwerfen und Wegfahren beherrscht. Denn auf dem Skilift sind sie wirklich auf sich alleine gestellt – die Kleinen sollten dieser Aufgabe gewachsen sein. Aber auch das kann man trocken üben: Oft gibt es an den Lifthäusern Übungsbügel. Das Prinzip ist dann das gleiche, wie wenn man das Kind mit dem Skistock hinter sich herzieht – ausser dass es schon das Gespür für den Bügel bekommt. Wenn es dann an den echten Lift geht, darf dem Lifthelfer Bescheid gegeben werden, dass Anfänger auf dem Skilift üben, dann wird der Lift bei Bedarf schnell abgestellt.

Ab auf die grossen Bergbahnen
Sessellift oder Gondeln führen oft zu längeren und steileren Pisten, aber Skianfänger sind schneller als man denkt bereit für diese Abfahrten. Dennoch: Skianfänger brauchen beim Ein- und Aussteigen erst einmal Hilfe und kleine Kinder müssen auch während der Fahrt festgehalten werden. Auch hier gilt wieder: am besten mit dem Sesselliftbetreiber reden, damit er die Anlage verlangsamt, wenn Anfänger das erste Mal mitfahren.

Unbedingt auch das Weggehen üben: Wenn die Kinder den Skistock der Eltern – und später den Skibügel – loslassen, müssen sie die Ski quer zum Hang drehen und weggleiten. Am Anfang können Eltern direkt den Bügel hinter ihren Schützlingen nehmen und ihnen folgen.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Ich pack meinen Skirucksack…

Kinder haben ihren ganz eigenen Rhythmus. Gerade noch das Frühstücksbrot verschlungen, haben sie kurz darauf wieder Hunger. Oder Durst. Oder brauchen einfach sonst gerade eine Pause von ihrer Aktivität – so sind sie nun mal. Um auf alle Motivationstiefs, Hungerattacken und Heulanfälle vorbereitet zu sein, macht es Sinn, einen Rucksack voller kleiner Energie- und Motivationsspender sowie «Trösterlis» dabei zu haben. Hier eine «Ich-pack-in-meinen-Skirucksack-Liste» zur Inspiration.

Packliste für den Skirucksack

Damit nichts vergessen geht, hier die ultimative Eltern-Checkliste für den Skirucksack.

Die Checkliste ist fast da!

Wir schicken Ihnen die Checkliste per E-Mail.

Einmal heruntergeladen, funktioniert das PDF auch offline.

Bleiben Sie auf dem Laufenden! Die Informationen in der Checkliste werden regelmässig aufgefrischt und aktualisiert.

Die Checkliste ist unterwegs zu Ihnen. Bitte prüfen Sie Ihr E-Mail-Postfach.
Da ist etwas schief gelaufen. Bitte prüfen Sie die eingegebene E-Mail-Adresse und versuchen Sie es noch einmal.

Im Grunde geht jeder Anfänger durch die einzelnen Lernsteps – Stehen, Gleiten, Bremsen, Kurven. Und in jedem Alter helfen Verbildlichungen mit Tieren und Fahrzeugen.

Bei älteren Kindern ist die Balance besser trainiert. Vielleicht hat das Kind auch schon Fahrradfahren oder Rollerskatefahren gelernt oder hat die ersten Erfahrungen auf der Eisbahn gemacht. Dann werden die ersten Rutsch- und Gleitversuche dem Kind nicht allzu schwer fallen.

Als «Aufwärmübung» können die Skineulinge rutschen und gleiten, die Ski auf der Ebene vor- und zurückschieben, hüpfen, von der O-in die X-Beinstellung wechseln und abwechselnd das rechte und linke Bein heben.

Um das Gespür für die Ski zu vertiefen, kann auch ein Ski abgelegt werden und «Rollerfahren» probiert werden. Klappt das, kann mit beiden Ski und mittels der Skistöcke – zum Abstossen – parallel gefahren werden.

Schon bald können einige Meter gefahren werden und die Kurven haben Kinder sehr schnell raus: Denn dreht sich der Oberkörper, drehen sich auch die Beine automatisch mit. Meistens reichen deswegen pragmatische Erklärungen. Generell gilt: Erklären ist gut, physikalisch genaustes erklären, welche Kraft wo und wie auf den Körper einwirkt, ist nur verwirrend.

Ausrüstung

Kinder wachsen schnell. Rechtzeitig prüfen, ob die Ausrüstung noch passt, hat schon den einen oder anderen Nerv geschont. Was gilt es zu beachten? 

Folgendes Material soll durchgecheckt werden:

Skischuhe
Je nach Fahrstil macht ein anderer Skischuh Sinn. Anfänglich geht es aber erst mal darum, den Berg runter zu kommen und Kurven ohne Sturz zu packen. Zudem sind Füsse erst mit dem 16. Lebensjahr ausgewachsen. Überlegen Sie, ob es Sinn macht, in neuwertige Skischuhe investieren, bevor sicher ist, dass die Freude am Schneesport von Dauer ist. Eine weitere – und vor allem kostengünstigere – Option ist das Ausleihen von Ausrüstung in Sportgeschäften (Vorteil: Beratung!) oder von Freunden. Wenn es trotzdem ein neuer Skischuh sein soll, gibt es Unterschiede. 

Die Kriterien dafür sind:

Racer:
Leitet die Befehle an den Ski unverzögert weiter; knapp geschnitten und hart – Komfort für Kinderfüsse ist anders.

High Performance:
Sportliches Cruisen über mehrere Stunden pro Tag und sehr oft pro Skisaison. Da muss Halt und Komfort her.

Komfort:
Für Genussfahrer, für die Tempo nicht alles ist. Die Schuhe sind leicht, weich gepolstert und bieten Bewegungsfreiheit.

Freeride:
Für Geländefahrer. Der Schuh hat Flex und der Innenschuh ist stärker gepolstert, was Stösse dämpft.

Egal wie der Entscheid ausfällt, so oder so gilt Folgendes:
Die perfekte Passform wird getestet, in dem mit den Skisocken in die Schuhe gestiegen wird. Dabei sind die Schnallen offen und die Zehen haben vorn im Innenschuh leichten Kontakt. Danach die Schnalle schliessen und in die Knie gehen: Die Zehen dürfen nun nicht vorne anstossen und die Ferse muss sich nach hinten schieben können. Nach 20 Minuten in den Skischuhen rumlaufen, dürfen sich keine Druckstellen bilden, die Ferse muss einen guten Halt haben und die Zehen sollen nicht schmerzen. 

Die Skischuhe sind mit Abstand der wichtigste Teil der Ausrüstung. Wenn sie nicht passen, drücken oder jedes Ein- und Aussteigen eine kleine Familienkrise nach sich zieht, ist der Spass schnell vorbei. Deshalb unbedingt genug Zeit für die Auswahl einberechnen. Skischuhe finden, kann locker einen ganzen Nachmittag dauern. Die Schuhe sollten im Geschäft mehrmals an uns ausgezogen werden, mindestens 20 Minuten beide Schuhe an den Füssen haben, erst dann zeigt sich, ob sie drücken.

Skihelm
Kriterien: Rutschfest, Kinnband soll eng und bequem am Kinn anliegen, muss zur Brille passen (formmässig!) Kopfumfang oberhalb der Augenbraue gemessen: 

XS: 53–54 cm
S: 55–56 cm
M: 57–58 cm
L: 59–60 cm
XL: 61–62 cm
XXL: 63–64 cm

Um den Sitz des Helms zu überprüfen, den Skihelm aufsetzen, Kinnband schliessen und dann den Kopf nach unten schütteln. Jetzt darf der Helm nicht hin und her rutschen.

Ski
Wie bei den Skischuhen gilt auch hier: Es ist sicherlich vernünftig, zunächst abzuwarten, ob die Kinder Freude am Skifahren haben – und das auch noch in der nächsten und übernächsten Wintersaison. Und vor allem: auch grosse Kinder wachsen noch. Ideal sind hier die Angebote der Sportgeschäfte für Wochen- oder Saisonmieten. Sollen es doch die persönlichen Ski sein, gibt es zwei perfekte Momente im Jahr, sich Ski zu gönnen: Ende Januar und im Frühherbst werden die Vorjahrs- und Testmodelle zu reduzierten Preisen angeboten. Für Anfänger bieten sich sogenannte «Easycarver» an. Sie lassen sich leicht drehen und sind weniger schwer. 

Skistöcke
Die Länge der Skistöcke sollte ¾ der Körpergrösse betragen. Den Stock umdrehen, unterhalb des Tellers fassen und gerade auf den Boden stellen. Der Unterarm sollte jetzt einen geraden Winkel bilden oder leicht nach oben geneigt sein. Grösse des Stocks berechnen: Körpergrösse x 0.7 = Skistocklänge. Falls die perfekte Skistocklänge zwischen zwei verfügbaren Längen liegt, sollte die längere Ausführung gewählt werden.

Skibrille
Das Wichtigste bei der Skibrille ist eine gute Passform. Der Rahmen soll gleichmässig auf dem Gesicht aufliegen und nicht die Nase zusammendrücken, ansonsten gibts Druckstellen. Zudem soll darauf geachtet werden, dass der UV-Schutz genügend hoch ist. Die Scheiben sollen eine hohe Bruch- und Stossfestigkeit aufweisen. Eine einwandfreie Sicht gibts, wenn die Brille mit Lüftungslöchern und einer Antibeschlagbeschichtung versehen ist. Bei den Skibrillen gilt: verschiedene Modelle ausprobieren und im Hinterkopf behalten, dass sie passformmässig zum Helm passen müssen. Also den Helm am besten zur Anprobe mitnehmen!

Zusammen auf die (blaue) Piste

Dieser Moment ist für alle skifahrenden Eltern ein bleibender Moment. Endlich das geliebte Hobby mit den Kindern teilen zu können, macht Spass und ist ein grosser Schritt. Von nun an kann man zusammen etwas machen, was beiden gefällt. Umso wichtiger ist es, dass dieses Erlebnis positiv verläuft. Was müssen Eltern beachten, und was müssen sie können, wenn die Kinder parat für die «grossen» Pisten sind?

Bevor es auf die Piste geht

Alles ist gepackt, die Übungen auf den Trockenen sitzen, jetzt wird es Zeit für die ersten Schritte auf der richtigen Piste. Blaue Abfahrten haben wenig Neigung und sind für Kinder und Anfänger geeignet. Wenn Sie vorab einen Blick auf den Pistenplan werfen, stellen Sie sicher, dass Sie bereits wissen, wo es lang geht. So können Sie sich auf der Piste voll und ganz auf die Kleinen konzentrieren.

Am Rand fahren

Auch wenn die Skineulinge am Anfängerhang bewiesen haben, dass sie auf die grösseren Pisten können, ist es neues, und vor allem steileres Terrain. Um in Ruhe und in angemessenem Tempo die ersten Pistenabfahrten zu meistern, macht es Sinn, am Pistenrand zu fahren. So kommt man fortgeschrittenen Skifahrern nicht in die Quere und lässt sich vom Tempo von Letzteren nicht stressen. Wenn es neben dem Pistenrand aber abwärts geht, können die Kinder mit einem Seil oder Band vorsichtshalber gesichert werden.

Rückwärts vor dem Kind fahren

Das Kind sollte zu keinem Zeitpunkt zwischen die Beine genommen werden. So gute Skifahrer die Eltern auch sind, auch sie können auf einer Eisplatte ausrutschen. Zudem kann es passieren, dass die Kinder die Ski kreuzen und es sie hinlegt… und wo fliegen dann wohl die Eltern hin? Genau, auf das Kind. Das Verletzungsrisiko lässt sich vermindern, in dem die Erwachsenen rückwärts fahren und ihre Kinder im Auge behalten. Wie lernt man rückwärts fahren? Damit Eltern nicht gleich aufs Kreuz fallen, sollten diese in flachem Gelände das Rückwärtsfahren üben. Leicht nach vorne gebeugt – also hangaufwärts – mittels Gewichtsverlagerung aus der Hüfte die Kurven ausführen. Am leichtesten fährt man auch im Pflug rückwärts den Hang runter, die Ski auf die Innenkante gekippt, bremst die V-Position ab. 

In der Falllinie des Kindes fahren

Eine Kurve wird nur halb geschafft und die Ski können nicht mehr quer zum Hang gestellt werden – und los geht die ungewollt rasante Abfahrt. Fahren Eltern vor ihren Kindern, können diese als «Auffangnetz» dienen. Auch am einen oder anderen Sturz kommen Skifahrer nicht vorbei. Wenn das Kind am Berg nun stürzt und den Hang runterrollt, tun die Erwachsenen gut daran, weiter unten als die Kinder zu sein und sie abzubremsen.

Pistenregeln kennen und anwenden

Wer ist verantwortlich für den Sicherheitsabstand zu anderen Skifahrern? Welche Markierung und Signalisation bedeutet was? Vor der ersten Abfahrt die FISVerhaltensregeln checken und den Kindern gleich praktisch zeigen.

Und wenn ein Unfall passiert?

Am wichtigsten: Ruhe bewahren! Sie können Ihrem Kind besser helfen, wenn Sie nicht in Panik geraten. Die Notrufnummer des Rettungsdienstes ist oft auf dem Pistenplan zu finden. Wenn Sie sich unsicher fühlen, bitten Sie auch andere Skifahrer um Hilfe. Sichern Sie den Unfallort, indem Sie Ihre Ski oberhalb auf der Piste überkreuzt in den Schnee stecken. Hilfe bekommen Sie auch vom Pistenpersonal. Die Mitarbeiter können einen Notruf absetzen und verfügen natürlich über eine Erste-Hilfe-Ausrüstung. 

Ohne Skistöcke fahren

Um Kinder bei steileren Abhängen stützen oder sie mit Hilfsmitteln festhalten zu können, müssen die Abfahrten auch ohne Skistöcke klappen.

«Gstältli» und Bremsseil nur in Ausnahmefällen

Halteleinen oder Seile sind nicht geeignet, um den eigenen Kindern Skifahren beizubringen. Am Seil lernt man nicht bremsen. Falls man aber einmal eine gefährliche Stelle oder eine besonders steile Piste fahren muss, beispielsweise, um in ein anderes Skigebiet zu kommen, sind «Gstältli» oder ein Seil eine gute und empfehlenswerte Hilfe. Ein Seil oder ein Gummiband um die Hüften der Kleinen binden und sie so – hinter ihnen fahrend – abbremsen und bei Bedarf steuern.

Der nächste Schritt: In die Skischule

Die ersten Tage unter elterlicher Anleitung sind geschafft. Die Kinder haben Spass auf den Ski und die Eltern eine Pause verdient.

In der Schweizer Skischule an der Lenk oder auf dem Jaunpass oder in der Schneesportschule Adrenalin, ebenfalls an der Lenk, sind die Kinder bestens aufgehoben. Die Experten der Schweizer Skischule oder der Schneesportschule übernehmen die kleinen Skifahrer gerne. Die Kinder machen unter professioneller Anleitung die nächsten Schritte und die Eltern haben genügend Zeit, die Pisten mal wieder ganz für sich zu geniessen. Einige Skischulen bieten ausserdem tolle Packages an, bei denen der Ski-Unterricht, der Skipass und die Materialmiete mit dabei ist.

Packliste Winterferien

Es ist soweit, die Winterferien stehen vor der Tür. Da muss an alles Mögliche gedacht werden: Sind die Skihosen im Koffer? Haben die Skisocken keine Löcher? Wo sind eigentlich die Winterschuhe und hat der Jüngste genug dicke Pullover? Gut, wenn man sich für die wichtigsten Dinge an einer Packliste festhalten kann!