Tagsüber Spiel- und Tummelplatz mit irrwitzigen Side-Events. Nachts internationale Live-Acts und DJ’s mit der Garantie zur Eskalation. Ein Wochenende im Zeichen von Unvernunft und überschäumender Lebensfreude. Tönt nach Unsinn? Ist es auch. Wer braucht schon einen Sinn, wenn er Juan Paso hat.
Kult und immer noch schwer fassen, geschweige denn zu bändigen. Entstanden 2008 ursprünglich als US-Car Meeting, wurde RunToTheHill zu einer Art spätpubertären Jugendbewegung im Simmental und zeitweilen eine nicht ganz ernstzunehmende Bedrohung gegenüber dem Establishment. Eine Mischung aus MadMax, Bergdorfet und dem Titty Twister aus Tarantinos from Dusk till Dawn. Kein Zufall, dass dieses übermütige Spektakel auf dem Jaunpass nur alle zwei Jahre stattfindet. Ein Festival entlang des Röstigrabens, an welchem es kaum Regeln zu geben scheint. Und trotzdem lässt sich hier kein Streit anzetteln. Im Gegenteil. Vereint im Unsinn strotz das RunToTheHill geradezu vor gegenseitiger Rücksichtnahme und Toleranz. Auf Juan Paso feiert man das Leben gemeinsam und in all seiner Masslosigkeit Nebst einem ausverkauften Töffli Poker Run, zerstörerischem Car Demolition und wildem Grabenstampfer-Rennen zählt vor allem eines, die Musik. Im Grenzgebiet, ähnlich dem texanischen El Paso, schlägt man musikalische Brücken zur Outlaw-Country Bewegung der 70er Jahre. Geprägt von Künstlern wie Johnny Cash, Waylon Jennings, Merle Haggard oder Willie Nelson, achten die Veranstalter auf einen erkennbaren Teil an American Roots Music bei der Auswahl ihrer Künstler. Oder auch nicht. Schliesslich braucht sich ein Outlaw an keinerlei Konventionen zu halten. Erlaubt ist was Spass macht.